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Remote control freak

Wenn es um das Fernsehprogramm geht, halte ich mich viel zu oft f?r die ?Macht?. Es gibt Phasen (vorzugsweise im Winter) in denen ich ?Extreme Videoaufnehming? praktiziere. Meine SAMSUNG-Zwillinge (Fernseher und Videorecorder) und die Fernbedienung sind immer f?r mich da! Ich markiere meine Fernsehzeitung tats?chlich mit gr??ter Akribie und hoffe, dass sie TiVo, das digitale Videorecordermonstrum aus den USA, endlich bei uns einf?hren.
So, ich oute mich jetzt mal als Dawson?s Creek-Fan und muss an dieser Stelle zugeben, dass ich alle Folgen der ersten, zw?lf Folgen der zweiten und alle bisherigen Folgen der sechsten Staffel auf VHS habe. Dazwischen lie? ich es etwas schleifen, weil ich ne kleine Identit?tskrise mit der Serie hatte oder als Nanny in New York und ohne Recorder stationiert war. Tja, jetzt ?rgere ich mich deswegen. Oh Gott, ich bekomme deswegen richtiges Magensausen. Bekloppt, oder? Ich sollte langsam mal kapieren, dass es bestimmte Zauberworte namens ?Wiederholung?, ?DVD? oder ?Mittschnittservice? gibt.

Mit 12 war ich ein Stubenhocker par exellence und liebte es, mir Samstag Nachmittag Beverly Hills 90210 reinzuziehen um nachts von Dylan McKay zu tr?umen. Er war sooo m?nnlich und als sich Kelly Taylor mit ihm eingelassen hat, w?hrend Brenda Walsh in Paris war, fand ich diese sexuelle Spannung irgendwie prickelnd. Einmal Kelly sein?
Ich konnte mich immer gut mit mir selbst besch?ftigen und entwickelte mit der Zeit die Gabe, mir ein unheimlich gro?es Film- bzw. Popkulturwissen anzueignen. Klar, es geht immer noch fundierter und als Expertin w?rde ich mich auch noch nicht bezeichnen. Wenn ich mit meinen Freunden in der Kneipe sitze, ziehe ich jedes Mal meinen H&M-Strohhut der Sommersaison 2002/2003, wenn beispielsweise Jurastudent B wieder etwas ?ber das Abtreibungsgesetz zum Besten gibt. Diese Paragraphen! Ich hingegen habe eine ausgepr?gte Meinung zu Marilyn Monroes Todesursache und gewinne grunds?tzlich bei Trivial Pursuit-?hnlichen Fragen zum Thema Musik und Film. Frage: ?F?r wen hat Barry Manilow urspr?nglich seinen Welthit ?Mandy? geschrieben?? Antwort: ?F?r seinen Hund.? Frage: ?Wer hat das Drehbuch zu ?Dirty Dancing? geschrieben?? Antwort: ?Eleonor Bergstein schrieb es, basierend auf ihre eigenen Erlebnisse als Teenager in den Catskills, USA.?

Es gibt unglaubliche Erfolgsmomente bei solchen Abenden, die mein Selbstbewusstsein pushen, wenn ich mal wieder unter PMS leide oder ungl?cklich verliebt bin. Und dennoch halte ich mich manchmal f?r ungebildet, fett und irre. Ein leidiges Thema. Geht hoffentlich nicht nur mir so. Ich glaube, dass vieles mit der Biochemie des K?rpers zu tun hat. Wenn ein chemisches Ungleichgewicht herrscht, kann man gegen etwaige Aussetzer an einem ganz normalen Tag nix tun. Depressiv bin ich zwar nicht, aber hochdosierte Johanniskrautdragees helfen mir immer mal wieder den Weltschmerz nicht an mich herankommen zu lassen. Ja, Johanniskrautdragees und ?Die Br?cken am Fluss? oder ?Billy Elliot? sind einfach eine herrliche Kombination, wenn auch nicht die weiseste. Du kannst mir die letzten zehn Minuten von ?Billy? vorspielen und ? Gl?ckwunsch! ? du hast soeben einen Schalter umgelegt, der mich definitiv eine fette Tr?ne abdr?cken l?sst. Wenn du dir das jetzt nicht bildlich vorstellen kannst, empfehle ich dir ?Schlaflos in Seattle? ? allerdings nur eine Szene, damit du verstehst, was ich meine. Also pass auf: Tom Hanks, Rita Wilson und der Architekt aus ?Titanic? sitzen in geselliger Runde zusammen. Rita Wison erz?hlt von ihrer Faszination mit dem Film ?Die Liebe meines Lebens? (mit Deborah Kerr und Cary Grant). Sie erz?hlt und erkl?rt die Schl?sselszenen unter einem Tr?nenschleier der R?hrung. Diese Szene ist zum Schreien und gleichzeitig so wahr! Fr?her habe ich meine Mutter immer bel?chelt, wenn sie sogar bei ?Girlfriends? weinen musste und jetzt werde ich langsam genauso. Ich glaube, es liegt daran, dass ich ?lter werde und langsam richtig verstehe worum es in den ganzen Liebesdramen geht, weil ich bestimmte Dinge mehr oder weniger mittlerweile selbst schon erlebt habe. Ich sehe jetzt mit dem Herzen. OK, genug gekitscht f?r heute!
21.3.04 14:31


Erich K?stner

Besagter Lenz ist da

Es ist schon so. Der Fr?hling kommt in Gang.
Die B?ume r?keln sich. Die Fenster staunen.
Die Luft ist weich, als w?re sie aus Daunen.
Und alles andre ist nicht von Belang.
Nun brauchne alle Hunde eine Braut.
Und Pony H?tchen sagte mir, sie f?nde
Die Sonne habe kleine warme H?nde
und krabble ihr mit diesen auf der Haut.

Die Hausmannsleute stehen stolz vorm Haus.
Man sitzt schon wieder auf Caf?terrassen
und friert nicht mehr und kann sich sehen lassen.
Wer kleine Kinder hat, der f?hrt sie aus.

Sehr viele Fr?uleins haben schwache Knie.
Und in den Adern rinnt\'s wie s??e Sahne.
Am Himmel tanzen blanke Aeroplane.
Man ist vergn?gt dabei. Und wei? nicht wie.

Man sollte wieder mal spazierengehn.
Das Blau und Rot und Gr?n war ganz verblichen.
Der Lenz ist da! Die Welt wird frisch gestrichen!
Die Menschen l?cheln, bis sie sich verstehn.

Die Seelen laufen Stelzen durch die Stadt.
Auf den Balkons stehen M?nner ohne Westen
und s?en Kresse in die Blumenk?sten.
Wohl dem, der solche Blumenk?sten hat!

Die G?rten sind nur noch zum Scheine kahl.
Die Sonne heizt und nimmt am Winter Rache.
Es ist zwar jedes Jahr dieselbe Sache.
Doch es ist immer wie zum ersten Mal.


Heute hatte die Stadt 17 Grad Celsius, die V?glein sangen, die Bierg?rten waren voll und wie das roch...
16.3.04 15:08


King of Kaufhausmusik

Wenn ich morgens zur Arbeit fahre, benutze ich zu diesem Zwecke nicht etwa einen netten kleinen frauentauglichen Kleinwagen, sondern die ?ffentlichen Verkehrsmittel des MVV. Ich fahre sie alle: Bus, Stra?enbahn (?Tram? sagt man hier), U-Bahn, S-Bahn. An gewissen Tagen kann so etwas bis zu zwei Stunden in Anspruch nehmen. Aber ich bin meistens gut gelaunt, gut satt und gut best?ckt. Gut best?ckt was Besch?ftigung betrifft. Seit November lese ich wieder regelm??ig. Davor gab es ausschlie?lich meinen Panasonic CD Player f?r mich, um die fremden Menschen in der S-Bahn wenigstens akustisch zu beseitigen. Hatte lange Zeit einfach keine Lust zu lesen. Mit ?Der Eissturm? von Rick Moody fing es jedoch an und ab Montag stehen entweder ?Die Korrekturen? von Jonathan Franzen oder die ?Schiffsmeldungen? von Annie Proulx auf der Speisekarte. Jetzt wei? ich mal wieder, dass man auch mit Literatur die Welt um sich herum zu einem Buster-Keaton-Stummfilm machen kann. Nur in der Welt um einen herum gibt es selten so viel Action, h?chstens mal ein trauriges Gesicht.

Am Hauptbahnhof angekommen, muss ich von dort aus noch zwei Minuten mit der U1 zum Rotkreuzplatz fahren. Da steht ein Supermarkt, in dem ich mir manchmal naturtr?ben Apfelsaft von Natreen, Di?tjoghurt von K?fer oder Bonbons von Storck kaufe.

In letzter Zeit ist mein Agenturleben nerviger als sonst und es gibt Phasen, an denen ich mir am liebsten den lieben langen Tag die Daytime-Serien auf VOX reinziehen w?rde. In diesem Supermarkt f?hle ich mich immer gut aufgehoben. Er hat zwar kein Beamer-Deck, damit ich wieder nach Hause kann, aber daf?r schenkt er mir das einlullendste der Welt: Kaufhausmusik. Dieser Laden ist der King of Kaufhausmusik! Dort werden Titel gespielt deren Namen ich nicht mal kenne. Ich wei? nur, dass das Songs sind, die im Radio unseres Familiengef?hrts zu h?ren waren, wenn wir jeden Sommer 10 Stunden lang nach Frankreich, Italien oder in den Schwarzwald gefahren sind.

Teilweise sind die Supermarktschlager so peinlich, dass ich mir jedes Mal hoffe, niemandem beim Mitsummen oder Mitpfeifen zu ertappen. Das Repertoire reicht von den Sahnest?cken der Beachboys ?ber Paula Abdul?s ?Straight up?, Taylor Dayne?s ?Tell it to my heart?, ?Wind of Change? von den Scorpions bis hin zu se werry b?st off Neil Diamond. Ich liebe es! Sofort habe ich der Geruch des Shampoos in der Nase, mit dem mir als f?nfj?hrige die Modder aus meinem hellblonden Pagenkopfhaar gewaschen wurde. Oder ich muss an die besondere Glasur des Pfirsichkuchens von Oma Gerda denken, den ich immer aus der hellen, eigenartig riechenden Speisekammer holte.

Tja, weit ausgeholt und dennoch: so ein wenig Heimat tut in der Fremde ganz gut. Heimweh habe ich mittlerweile zwar schon lange nicht mehr (ganz im Gegenteil) aber Mama kann ja schlie?lich auch nicht einfach so zum Kaffee kommen, Zupfkuchen mitbringen oder mich vor dem Start meines Arbeitstages umarmen.


13.3.04 19:56


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